Chinesische Mauer

Die chinesische Mauer heute

Nur sehr wenige Teile der chinesischen Mauer sind heute in gutem Zustand erhalten oder wurden sogar staatlich restauriert. Diese befinden sich in der Nähe von Touristenzentren oder haben sich bis zur Moderne so gut erhalten, dass die chinesische Regierung sie auch dann hat restaurieren lassen, wenn sie eher abgelegen waren. Große Teile hingegen sind in sehr schlechtem Zustand, da sich die Regierung nicht um die Pflege des monumentalen Bauwerks kümmert und es lieber verfallen oder von Bürgern beschädigen lässt. So wurde die Mauer an vielen Stellen mit Graffiti beschmutzt, einige Abschnitte wurden sogar eingerissen, um das Material für andere Bauwerke zu verwenden. Dies ist vor allem im ländlich geprägten Teil Chinas der Fall, denn dort mangelt es häufig an schnell erhältlichem Baumaterial für dringend benötigte neue Bauwerke. Der Zerstörung der Mauer wollte die UNESCO 1987 vorbeugen, als sie die Mauer zum Weltkulturerbe erklärte. Erst seit 2006 ist sie jedoch geschützt und darf nicht mehr beschädigt werden, sondern muss in ihrem aktuellen Zustand erhalten bleiben. Inzwischen setzen sich auch chinesische Organisationen und Verbände für den Erhalt des imposanten Grenzwalls ein und arbeiten derzeit vor allem daran, die mangelhaften wissenschaftlichen Erkenntnisse über ihn zu vervollständigen. So ließ etwa die chinesische Kulturerbe-Behörde die Mauer zwischen 2007 und 2009 vermessen, um unter anderem den Grad der Beschädigung zu ermitteln und eine Basis für die Restauration zu gewinnen. Ihre Resultate förderten das erschreckende Ergebnis zutage, dass nur knapp 513 km der gesamten chinesischen Mauer in gutem Zustand seien – der Rest ist heute entweder zerstört, beschmiert, von chinesischen Bewohnern abgetragen oder völlig von wild wachsenden Pflanzen überwuchert und zerfallen.